Bergsteiger im Eis
Es gibt ein seltsames Mißverhältnis zwischen der Zahl der Bücher über Patagonien und der Zahl der Besucher. Fast will man meinen, es seien überhaupt nur Schriftsteller und Autoren, die zu diesem leeren, sturmumtosten Flecken Erde am Rande der Welt reisen - um dem Mythos ein weiteres, ihr Mosaiksteinchen hinzuzufügen.
Es gibt ein seltsames Mißverhältnis zwischen der Zahl der Bücher über Patagonien und der Zahl der Besucher. Fast will man meinen, es seien überhaupt nur Schriftsteller und Autoren, die zu diesem leeren, sturmumtosten Flecken Erde am Rande der Welt reisen - um dem Mythos ein weiteres, ihr Mosaiksteinchen hinzuzufügen. Tom Dauer nun hat es ein wenig anders gemacht. Er geht den Spuren des Mythos nach und erzählt etwa im Kapitel "Eine literarische Reise" vom "Patagonien im Kopf". Vor allem jedoch ist sein Buch dem Cerro Torre gewidmet, der vielen Bergsteigern als der schönste und zugleich schwierigste Berg der Welt gilt: ein mehr als dreitausend Meter hoher, schlanker, eisgekrönter Obelisk aus Granit. Zweimal hat Dauer versucht, dessen Gipfel zu erreichen; beide Male erfolglos. Seinen Respekt vor dem Berg und denen, die oben waren, hat das nur vergrößert. So läßt er in diesem opulenten Bilder- und Lesebuch auch viele zu Wort kommen, die oben waren.
F.L.
"Cerro Torre - Mythos Patagonien" von Tom Dauer. AS Verlag, Zürich 2004. 368 Seiten, zahlreiche Fotos, einige Skizzen. Gebunden, 39,80 Euro. ISBN 3-909111-05-X.