FAZ+Christine Lambrecht :
Die Justizministerin in ihrer eigenen Welt

Von
Helene Bubrowski
,
Berlin
Lesezeit:
Justizministerin Lambrecht auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes

Bleibt sie etwa doch? Im Bundesjustizministerium wären viele erschrocken, wenn ihnen die Ressortchefin von der SPD erhalten bliebe. Beamte haben oft den Eindruck, ihr Rat werde ignoriert.

Christine Lambrecht hat mehrfach versichert, dass sie mit dem Ende dieser Bundesregierung aus der Politik aussteigen wolle. Als sie das sagte, stand es um ihre Partei, die SPD, noch schlecht. Jetzt ist das anders, die Sozialdemokraten führen in den Umfragen. Gut möglich, dass Olaf Scholz Kanzler wird. Und nun kann sich die Bundesjustizministerin plötzlich viel vorstellen. „Ich brenne für Politik“, sagte sie kürzlich der Augsburger Allgemeinen Zeitung. „Ich bin 56 Jahre alt und es gibt noch richtig viel zu tun in diesem Land.“ Für sie zähle jetzt erst mal, dass die SPD bei der Bundestagswahl so stark wie möglich werde. „Danach sehen wir weiter“, sagte Lambrecht Anfang September.

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