Persönliche Stellungnahme zu meiner Abberufung als CEO der NOW GmbH
1. Die NOW GmbH ist ein großartiges Unternehmen mit wunderbaren MitarbeiterInnen, mit denen ich 4,5 Jahre sehr gerne zusammengearbeitet habe. Jeder einzelne Tag davon hat hat mir Spaß gemacht.
2. Der Eigentümer und Alleingesellschafter hat das Recht, eine strategische Neuausrichtung seiner Gesellschaft mit einem personellen Wechsel an der Spitze zu untermauern.
3. Im Zusammenhang mit meiner Person war das folgerichtig, da meine Vorstellungen von der strategischen Entwicklung der Gesellschaft doch erheblich von denen der aktuellen BMDV-Hausleitung als Vertreterin des Gesellschafters Bund differieren.
4. Ich sah eine wesentliche Rolle der NOW immer in ihrer Schnittstellenfunktion zwischen Politik und Industrie sowie erweiterter Fachöffentlichkeit. Die NOW als „Übersetzer“ von politischen Entscheidungen in die eine und Vermittler von Bedürfnissen der Industrie in die andere Richtung. Diese Aufgabe der Gesellschaft soll nunmehr drastisch beschnitten werden. Ich halte das für einen Fehler und habe das wiederholt klar geäußert.
5. Das BMDV hat über seine Förderungen im Rahmen des NIP erhebliche Verdienste für die Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Deutschland und zwar weit über ihre Anwendung im Mobilitätssektor hinaus. Mit der nun beschlossenen Fokussierung der NOW auf Batterietechnologie und Ladeinfrastruktur werden diese mit Fördergeld und strategischer Weitsicht über einen langen Zeitraum (die NOW wurde zur Koordinierung des NIP vor 16 Jahren gegründet) aufgebauten Strukturen gefährdet sowie Unternehmen und Investoren weiter verunsichert.
6. Die in einem Medienbericht transportierte Vermutung, ich hätte in meiner Rolle als CEO der NOW GmbH die batterieelektrischen Themen vernachlässigt oder sogar bewusst behindert ist: Unsinn.
7. Richtig ist: ich war und bin überzeugt davon, dass für den Klimaschutz im Mobilitätssektor alle Technologievarianten benötigt werden, auch für den Straßenverkehr. Das entsprach bislang der politischen Linie des BMDV. Den Ansatz halte ich weiterhin für richtig und zwar auch unter reduzierten Finanz-Spielräumen. Konkret hieße das zB beim Thema LKW neben einem Ladenetz parallel auch den Aufbau von LKW-tauglichen Wasserstofftankstellen zu unterstützen. Ein Bekenntnis dazu fehlt bislang.
8. Kurzum: die neue NOW wird mit der alten nicht mehr viel zu tun haben. Es wäre mir schwergefallen, den damit manifestierten Kurswechsel des BMDV glaubwürdig zu vertreten.
9. Ich wünsche der NOW und ihren MitarbeiterInnen für die Zukunft nur das Beste. Dazu gehört, dass sie (die NOW) künftig das sein darf, was sie ist: ein Beteiligungsunternehmen des Bundes, das behandelt wird und agieren darf, wie andere Beteiligungsunternehmen auch.
10. Last not least nutze ich die Gelegenheit, um den vielen Menschen denen ich in meiner Rolle als CEO der NOW in den letzten 4,5 Jahren begegnen durfte, für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit zu bedanken!