Die Portugiesen : Vater Courage und seine kleine Revolution

Jung statt alt, ehrgeizig statt träge, Profis aus Porto statt Stammspieler aus der italienischen Serie A - das Russisch-Roulett des portugiesischen Nationaltrainers Scolari trug dazu bei, daß die Seleccao des EM-Gastgebers noch eine nächste letzte Chance auf das Weiterkommen hat.
Maniche wollte gerade den Mund öffnen, als ihm die Kinnlade gleich wieder herunterfiel. Der zum "Mann des Spiels" gewählte Portugiese konnte nichts sagen, durfte nichts sagen, weil der neben ihm lauernde Trainer sofort das Wort ergriff. Luiz Felipe Scolari hob die Augenbrauen, den Zeigefinger und zugleich die Stimme: "Umwälzung? Es gab keine Umwälzung, es gab nur kleine Veränderungen." Der Brasilianer, der vor dem 2:0 gegen Rußland seine Auswahl kräftig durchgeschüttelt und gegenüber der 1:2-Auftaktniederlage gegen Griechenland auf vier Positionen verändert hatte, spielte den Erstaunten, nachdem er selbst Gegner und Öffentlichkeit verblüfft hatte.