Fashion Week zieht um :
Frankfurt kann Mode

Carsten Knop
Ein Kommentar von
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Die bunte, laute, internationale Fashion Week kommt von Berlin nach Frankfurt. Für den neuen Standort gibt es gute Gründe.

Berlin goes Frankfurt: Die Fashion Week zieht in die Main-Metropole. Das scheint auf den ersten Blick nicht zu passen – auf den zweiten zeigt sich: Frankfurt bietet vieles, das der Hauptstadt fehlt.

Die Modemesse „Berlin Fashion Week“ wird die „Frankfurt Fashion Week“. Die Stadt geht dafür ins Risiko, auch finanziell. Ob es sich lohnt? Natürlich gibt es Zweifler, aber in jedem Fall ist es eine Chance: Frankfurt kann an seinem Ruf arbeiten, mehr als eine Stadt zum Arbeiten zu sein. Die Bilder werden um die Welt gehen, gerade auch auf den inzwischen so wichtigen Social-Media-Kanälen. Diese Chance ist zugleich das größte Risiko. Denn Frankfurt und Mode – auf den allerersten Blick passt das gar nicht zusammen.

Beim zweiten Hinsehen aber ist da mehr, als man denkt: Die Messegesellschaft, die zum Gelingen den allergrößten Teil beitragen muss, hat große, weithin anerkannte textile Kompetenz. Hinzu kommt: Die Stadt und vermutlich auch die Stadtgesellschaft haben Lust auf etwas Neues, und es ist eine Kommune, die Dinge auf die Beine stellen kann.

Frankfurt ist international, nicht nur wegen des Flughafens. Berlin ist es nicht. Die Berliner Modewoche hat trotz der vielen Messen in der Stadt und trotz des guten Umfelds mit vielen Modeschulen und Hunderten Labels aus der Sicht von Fachleuten nie international ausgestrahlt. Viele der neuen Designermarken sind untergegangen. Galeristen und Sammler ziehen sich aus Berlin zurück. Das wirft kein gutes Licht auf die kreative Szene in der Hauptstadt.

In Frankfurt brummt das Geschäft – anders als in Berlin

Frankfurt aber ist nicht nur die Stadt der kurzen Wege und der guten Infrastruktur, sondern auch ein „Hidden Champion“ der Modeszene. Hier am Main entsteht die wichtigste deutsche Modezeitschrift. Nicht die „Vogue“. Auch nicht die „Elle“, es ist die „Textilwirtschaft“. Hier gibt es sehr gute Modemacher wie Lili Maras, René Storck und Christiane Wegener sowie Taschendesigner wie das Label Tsatsas. Anders als in der entlegenen – und damit auch allen wichtigen Wirtschaftswegen fern gelegenen – Metropole Berlin brummt im Rhein-Main-Gebiet das Geschäft, schon immer. So, wie es in Berlin schon immer nicht gebrummt hat.

Die hiesige Messe ist der größte Modemessen-Veranstalter der Welt, das darf über den das Prestige belastenden Verlust der Automesse IAA nicht vergessen werden. Die Goethestraße in der Innenstadt ist eine der besten deutschen Luxus-Shoppingmeilen. Und das wird auch so bleiben: Nach dem Corona-Schock stehen die Kunden vor dem Louis-Vuitton-Geschäft schon wieder Schlange. An Geld fehlt es also nicht. Frankfurt wagt etwas, Gewinnen nicht ausgeschlossen.

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Jacqueline Vogt
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