Vendée-Globe-Logbuch :
„Ich habe die Nase voll“

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Zehn Tage mit heftigen Böen und starken Stürmen machen Boris Herrmann zu schaffen.

Der deutsche Segler Boris Herrmann ist „körperlich extrem erschöpft“. Die Bedingungen bei der Vendée Globe setzen ihm ganz schön zu. Mit müden Augen und zerzaustem Haar meldet er sich – und hat vor allem einen Wunsch.

Die Albatrosse sind derzeit Boris Herrmanns stetige Begleiter. Selbst bei hohen Wellen und heftigem Wind gleitet fast immer mindestens einer der imposanten Seevögel neben der Yacht des 39 Jahre alten Hamburgers durch die Luft. Die tierische Gemeinschaft tut dem bei der Vendée Globe weiter auf dem achten Platz segelnden Deutschen gut – denn zuletzt hatte Herrmann auf seinem Solotrip um die Welt nur selten etwas zu lachen.

„Ich habe die Nase voll von diesem heftigen Seegang“, erklärte der momentan etwas mehr als 2000 Seemeilen vom Kap Leeuwin im Süden Australiens entfernt durch den südlichen Indischen Ozean pflügende Herrmann am Freitag auf einer Online-Pressekonferenz. Er wünsche sich nach zehn Tagen mit heftigen Böen und starken Stürmen nun etwas ruhigere Bedingungen, um sich zu erholen und an seinem Boot kleinere Reparaturen durchzuführen.

„Ich bin körperlich extrem erschöpft, dafür geht es mir psychisch besser. Das Ziel ist nun, den Abstand zur Spitzengruppe weiter zu verringern“, sagte Herrmann, dem zuletzt die wochenlange Einsamkeit zu schaffen gemacht hatte und der mit müden Augen und zerzaustem Haar in die Kamera blickte.

Geholfen habe ihm dabei neben den Video-Telefonaten mit seiner Familie und seinem Team auch der Austausch mit seinen direkten Mitkonkurrenten. Über eine Whatsapp-Gruppe diskutiert Herrmann regelmäßig mit anderen Skippern über den Rennverlauf und spricht sich mit ihnen – gerade in den Tagen vor Weihnachten und vor der mutmaßlich sehr anstrengenden zweiten Regatta-Hälfte – Mut zum Durchhalten zu.

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Besser denn je geht es dagegen derzeit Isabelle Joschke. Die in München geborene und in Frankreich lebende Skipperin nimmt wie Hermann erstmals an der Nonstop-Regatta teil und ist nach fast vierzig Prozent der Strecke sowie dem Aus der Britin Sam Davies derzeit die schnellste Teilnehmerin im Feld.

Ohne spektakuläre Manöver oder emotionale Updates in den sozialen Netzwerken und mit der „Safety first“-Methode hat sich die 43-Jährige bis auf den neunten Platz vorgearbeitet, dabei auch den letzten Sturm ohne großen Verlust an Seemeilen überstanden und sich zur Belohnung ein „irisches Frühstück“ gegönnt. „Eher süß oder lieber herzhaft? Wie sieht es da bei euch aus?“, fragte sie lächelnd in die Kamera.

Die Vendée Globe gilt als die härteste Regatta für Einhandsegler. Sie begann am 8. November an der französischen Atlantikküste und führt entlang des Südpolarmeeres einmal um den Globus. Mit Boris Herrmann nimmt erstmals ein Deutscher teil.
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