Neue Vorwürfe bei der Fifa :
Warner greift Blatter an

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Neue Vorwürfe: Joseph Blatter

Joseph Blatter ereilen neue Korruptionsvorwürfe: Jack Warner berichtet von angeblichen TV-Deals jenseits der Legalität. Die Fifa reagiert routiniert.

In der Fifa-Zentrale in Zürich herrscht kurz vor dem Jahreswechsel Ruhe. Auf der Poststelle sei kein brisantes Schreiben aus der Karibik eingegangen, heißt es. Und die Vorwürfe, die der ehemalige Vizepräsident des Internationalen Fußballverbandes (Fifa), Jack Austin Warner, über die Medien an Präsident Joseph Blatter gerichtet hat, würden erst zu Beginn des neuen Jahres geprüft. Zudem macht der Fifa-Präsident zur Zeit auf den Seychellen Urlaub.

Vielleicht wird Blatter dort doch noch von dem Tsunami ereilt, vor dem ihn Warner schon Anfang Juni gewarnt hatte. Damals hatte ihn Blatter zum Rücktritt gezwungen, weil Warner in die ihm gestellte Falle getappt war. Auf einer Versammlung des karibischen Fußballverbandes konnte Warner eine Hilfestellung bei der Bestechung von Funktionären durch den damaligen Präsidentschafts-Gegenkandidaten von Blatter, Mohamed Bin Hammam, nachgewiesen werden.

Billige Fernsehrechte als Dank für Wahlstimmen?

Doch Warner verzichtete auf den Gegenangriff bis in diese Woche hinein. Am Donnerstag legte er los. Kernpunkt der Vorwürfe mit Blick auf Blatter: Im Gegenzug für seine Wahlkampfhilfe (Warner kontrolliert 35 Stimmen bei der Präsidentschaftswahl) seien ihm WM-Fernsehrechte für Minimalbeträge verkauft worden.

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Für die WM-Rechte 1998 habe er einen Dollar zahlen müssen - als Dank für seine Hilfe bei Blatters Wahlsieg gegen den Schweden Lennart Johansson nach einer "brutalen Kampagne". Später habe er für geringe Beträge auch die Fernsehrechte für die Turniere von 2002 bis 2014 erhalten , die er mit großem Gewinn habe weiterverkaufen können. Ähnliche Deals für 2018 und 2022 habe die Fifa in Aussicht gestellt, später aber zurückgezogen.

Äußerungen werden zur Nagelprobe

Blatter hatte wegen der anhaltenden Korruptionsvorwürfe zuletzt Aufklärung und mehr Transparenz versprochen. Die Fifa müsste daher ein Eigeninteresse an einer lückenlosen Aufklärung haben, wäre sie doch durch solch einen Deal materiell geschädigt worden. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt und einem möglichen juristisch relevanten Fall von Untreue, werden Warners Äußerungen zur Nagelprobe, ob es Blatter ernst mit seiner neuen Politik der Transparenz und Ethik in der Fifa-Familie meint.

Die Fifa-Ethikkommission müsste sich angesprochen fühlen, umgehend Untersuchungen einzuleiten, in deren Mittelpunkt dann auch der bis 2015 als Präsident amtierende Blatter zu stehen hätte. Das neu gegründete Governance-Komitee um seinen Vorsitzenden und Anti-Korruptionsexperten Mark Pieth wird diese Entwicklungen auch zur Kenntnis nehmen. Will das Gremium ernst genommen werden, dann muss es Druck ausüben, damit die Fifa eine lückenlose Aufklärung betreibt.

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