Biographie „Aurea“ : Die vielen Leben von Aurea Pereira Steberl

Tänzerin in Belo Horizonte, Goldgräberin am Amazonas, Haushaltshilfe in Deutschland – das Buch „Aurea“ erzählt vom Leben der Brasilianerin Aurea Pereira Steberl. Es zeigt, was es bedeutet, in Brasilien als armes schwarzes Mädchen aufzuwachsen.
Als junge Frau kletterte Aurea Pereira Steberl alle zwei Wochen spätabends aus dem Fenster, um im „Muralha“, einem Tanzlokal in Belo Horizonte, bis kurz vor Sonnenaufgang Samba zu tanzen. Im „Muralha“ roch es nach Grillfleisch und Freiheit, und immer, wenn die Band das Lied „Bole Bole“ spielte, tanzte Aurea in ihrem roten Kleid mit passender Feder im Haar vorne auf der Bühne so rasant, dass man ihren Füßen mit den Augen kaum folgen konnte. Dann vergaß sie die kranke Mutter, den gewalttätigen Vater und den Bruder, der im Gegensatz zu ihr studieren durfte und das nicht einmal zu schätzen wusste. Aber das Glück dauerte immer nur kurz: Oft erwischte ihr Vater sie bei der Rückkehr und verprügelte sie mit seinem Gürtel. Doch die junge Aurea ließ sich nicht aufhalten. Weder von ihrem Vater noch von anderen Widrigkeiten des Lebens.