Sexualisierungs-Vorwürfe : H&M zieht Werbung nach heftiger Kritik zurück

Eine australische Kampagne zeigt zwei Mädchen in Schuluniform – mit einem umstrittenen Slogan. Der Vorwurf: Sexualisierung von Minderjährigen. Nicht zum ersten Mal muss H&M daraufhin eine Werbung zurückziehen.
Der schwedische Modekonzern H&M erntet in Australien viel Kritik für eine umstrittene Werbung, bei der zwei kleine Mädchen in Schuluniform mit der Bildunterschrift „Make those heads turn in H&M's Back to School fashion“ (zu deutsch: „Lass sie mit der Zurück-Zur-Schule-Mode von H&M alle Blicke auf sich ziehen.“) zu sehen sind. Dem Modeunternehmen wird vorgeworfen, die Kinder im Grundschulalter sexualisiert darzustellen – Kritiker bezeichnen die Werbung als „abscheulich“ und „unangemessen“.
Justine Roberts, Gründerin und Geschäftsführerin des britischen Elternforums „Mumsnet“, in dem sich täglich 20.000 Beiträge rund um das Thema Erziehung sammeln, sagte der BBC, die Anzeige hätte „von vornherein nie erstellt werden dürfen.“ Die Werbung wurde inzwischen zurückgezogen. Auf Nachfrage des US-Senders CNN äußerte sich H&M einsichtig: „Wir bedauern zutiefst die Beleidigung, die dies verursacht hat, und wir prüfen, wie wir unsere Kampagnen in Zukunft präsentieren werden.“ Die Kampagne sei anlässlich des australischen Schulstarts entstanden. Sie war nur in Australien zu sehen.
Menschen kritisieren die Kampagne in den sozialen Medien stark
In den sozialen Netzwerken zeigten sich Kritiker empört und erinnerten sich an ihre eigenen Geschichten darüber, wie sie in der Schule „angestarrt“ wurden. Die australische Schriftstellerin Melinda Tankard Reist, die sich mit Themen wie Sexualisierung und den Schäden von Pornografie befasst, war eine der ersten Kritikerin auf X, vormals Twitter.
Sie schrieb: „Kleine Schulmädchen wollen in der Regel nicht 'die Blicke auf sich ziehen'“. Die vielen Menschen, mit denen ich in den Schulen zu tun habe, wollen in Ruhe gelassen werden, um zu lernen und Spaß zu haben, und nicht unerwünschte Aufmerksamkeit auf ihr Aussehen lenken."
Es ist nicht das erste Mal, dass H&M heftige Kritik erntet. Bereits im Jahr 2018 war der Modekonzern in Deutschland stark für eine Kampagne kritisiert worden, bei der ein schwarzer Junge einen Kapuzen-Pullover mit dem Schriftzug „Coolest Monkey in the Jungle“ (zu deutsch: Coolster Affe im Urwald) trug. Nach Rassismus-Vorwürfen zog das Unternehmen die Werbung zurück und entschuldigte sich.