Roger Caillois :
Figuren der Imagination

Von Maximilian Gillessen
Lesezeit: 3 Min.
Ein Insekt mit beweglichem Kopf und Verhaltenseigenschaften, die nur interessieren können: Europäische Gottesanbeterin, durchaus mythenträchtig ins Bild gesetzt
Der französische Soziologe und Philosoph Roger Caillois erörtert, welche Bedeutung die Einbildungskraft für unser Handeln hat. Sein Buch „Der Mythos und der Mensch“ erscheint erstmals auf Deutsch.
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Während eines Treffens der surrealistischen Gruppe im Dezember 1934 bestaunte André Breton das plötzliche Zucken sogenannter Springbohnen, die ihm Benjamin Péret aus Mexiko mitgebracht hatte. Tatsächlich beginnen sich im Inneren des Gewächses die Larven einer bestimmten Mottenart bei Erwärmung zu regen. Gegen Bretons Wunsch, die Samenkapseln verschlossen zu lassen, um frei über die möglichen Ursachen des Wunderbaren zu spekulieren, begehrte nur einer auf: der damals zweiundzwanzigjährige Roger Caillois, der später wie kein anderer Autor des Surrealismus die Grenzbereiche zwischen Ästhetik, Anthropologie, Religionswissenschaft und Biologie erkundet hat.

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