Zu wenig Interesse : Moldau nimmt nicht am ESC teil

Der Termin für das nationale Finale in dem kleinen Land stand schon fest. Doch nun zieht sich Moldau doch vom Eurovision Song Contest zurück. Die eingereichten Beiträge seien zu schlecht, die Teilnahme zu teuer – und das öffentliche Interesse gering.
Der Termin für das nationale Finale stand schon fest, auch wer am 22. Februar bei „Etapa Națională“ antreten sollte. Erst am Samstag waren die zwölf Kandidaten für den moldauischen Vorentscheid des Eurovision Song Contests (ESC) ausgewählt worden. Am Mittwoch gab der Sender TRM (Teleradio-Moldova) überraschend seinen Rückzug von dem Wettbewerb bekannt. Die Entscheidung sei nach „einer eingehenden Analyse der derzeitigen Situation sowie der wirtschaftlichen, administrativen und künstlerischen Herausforderungen“ gefallen, teilte TRM mit.
Damit treten beim ESC in Basel Anfang Mai 37 Länder gegeneinander an, genauso viele wie im vergangenen Jahr in Malmö. Bei der 68. Auflage des ESC hatte sich Moldaus Vertreterin Natalia Barbu mit ihrem Lied „In The Middle“ nicht für das Finale qualifizieren können.
Das schlechte Abschneiden Barbus hat nach Angaben von Corneliu Durnescu, Direktor des ersten Programms von TRM, Moldova 1, auch zu einem Rückgang des öffentlichen Interesses geführt. Zudem kritisierte er die Qualität der für dieses Jahr eingereichten Beiträge und künstlerischen Leistungen. Der ESC sei mit erheblichen Kosten verbunden, was nicht zu rechtfertigen sei, weshalb man sich entschlossen habe, die Mittel für andere Projekte einzusetzen.
Ein Moldauer genießt unter ESC-Fans Kultstatus
Laut TRM beträgt Moldaus Gebühr für den ESC an die Europäische Rundfunkunion (EBU) exakt 21.486 Euro, darin sind allerdings etwa die Kosten für die Produktion des Vorentscheids nicht eingerechnet. TRM plant nach Angaben Durnescus, im nächsten Jahr mit einem „Paukenschlag“ zum ESC zurückzukehren.
Die Republik Moldau, die etwa so groß ist wie Nordrhein-Westfalen, aber nur rund 2,5 Millionen Einwohner hat, nahm 2005 erstmals am ESC in Kiew teil. Das kleine Land, das an die Ukraine grenzt, zählt zu den erfolgreicheren Teilnehmern des Wettbewerbs. 2017 erreichte die Band SunStroke Project mit „Hey Mamma“ den dritten Platz im Finale, das wiederum in Kiew stattfand. Besonders in Erinnerung blieb im Jahr 2010 die Soloeinlage des Saxophonisten Serghei Stepanov, der mit seiner Sonnenbrille und seinem Hüftschwung unter ESC-Fans als „Epic Sax Guy“ seither Kultstatus genießt.