Europawahlen :
Sollen Arbeitgeber vor der AfD warnen?

Sven Astheimer
Ein Kommentar von Sven Astheimer
Lesezeit: 3 Min.
Ein Wahlplakat der AFD im Mai 2024.
Das ist bislang einmalig: Mehr als 30 Konzerne fordern ihre Mitarbeiter auf, Anfang Juni für Toleranz und Vielfalt zu stimmen. Ist das übergriffige Gängelung oder längst überfälliges Bekenntnis?

Einen solchen Wahlaufruf deutscher Unternehmen an ihre ­Belegschaften gab es noch nie. Mehr als 30 Konzerne, davon viele aus dem Leitindex Dax, haben sich in der Initiative „Wir stehen für Werte“ zusammengeschlossen und appellieren an ihre mehr als 1,7 Millionen Mitarbeiter allein in Deutschland: „Gib Deiner Stimme Wert bei den Europawahlen am 9. Juni 2024.“ Die Chefinnen und Chefs der beteiligten Unternehmen fordern in nahezu sinngleichen Videobotschaften dazu auf, sich gegen Populismus und Extremismus zu stellen und für „unsere Werte“ einzustehen: gegen Hass und Populismus und für Offenheit und Vielfalt als Basis des Wohlstands. Eine Aktion, die die Gemüter erregt: Handelt es sich um eine opportunistische Konzession an den Purpose-Zeitgeist oder vielmehr um ein überfälliges Zeichen in Zeiten, in denen die politischen Ränder erstarken und das geeinte Europa vor einer Zerreißprobe steht?

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