Nikotinreste : Zigarettenrauch auf der Säuglingsstation

Von wegen rauchfrei: Selbst ein striktes Zigarettenverbot für Eltern und Mitarbeiter schützt Neugeborene auf der Intensivstation nicht davor, dass überall Nikotinspuren haften.
Neugeborene auf intensivmedizinischen Stationen sind möglicherweise mehr als bislang angenommen den Bestandteilen von Zigarettenrauch ausgesetzt, selbst wenn die Krankenhäuser auf ein striktes Rauchverbot setzen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in der Zeitschrift „Tobacco Control“ (doi:10.1136/tobaccocontrol-2015-052506), für die Wissenschaftler um Thomas Northrup von der University of Texas auf der Neugeborenenstation eines rauchfreien Krankenhauses Proben nahmen.
Nikotinabbauprodukte im Urin
Sie fanden Nikotinreste auf den Fingern von rauchenden Müttern, auf den Oberflächen von Brutkästen, Kinderbetten und anderen Einrichtungsgegenständen. Auch in Urinproben der Babys entdeckten die Mediziner Nikotinmetaboliten. Sie räumen jedoch ein, dass es auch möglich sei, dass die Abbauprodukte des Nikotins, die mit dem Urin ausgeschieden wurden, sich schon während der Schwangerschaft im Körper der Kinder angesammelt haben könnten.
Dennoch legten ihre Ergebnisse nahe, dass Zigarettenrauch verbreiteter sei als gedacht und sich Reste sogar in Umgebungen befänden, die als besonders geschützt gelten. Die gesundheitlichen Folgen für die Babys seien unklar, jedoch sei davon auszugehen, dass gerade abwehrgeschwächte Säuglinge beeinträchtigt würden.