Olympia in Frankreich : Baden verboten!

Die Seine in Paris galt lange als dreckiger, viel befahrener und gefährlicher Fluss. Doch geschwommen wurde immer in ihr – sommers wie winters, nackt und bekleidet.
Dass das Baden in der Seine eigentlich verboten war, hat die Pariser nie gestört. Geschwommen wurde immer – sommers wie winters, nackt und bekleidet, aus Spaß an der Freude oder zu Reinigungszwecken, in Gegenwart und Vergangenheit. Erste Spuren des Badens in der Seine sind bereits aus dem siebzehnten Jahrhundert überliefert, als sich am Quai Sully (unweit des Rathauses, wo sich erst vor wenigen Tagen auch die Bürgermeisterin Anne Hidalgo in die frisch gereinigten Fluten wagte) noch ein Strand befand, der von Wäscherinnen und Kürschnern bevölkert war. Männer und Frauen badeten dort zwar durch aufgespannte weiße Tücher getrennt voneinander – aber unbekleidet. Kein Wunder, dass diese Praxis bald untersagt wurde, allerdings dauerte es nicht lange, bis man sie an anderer Stelle wieder aufgriff. Beliebt unter Schwimmern im achtzehnten Jahrhundert soll vor allem die östliche Spitze der Île de la Cité gewesen sein, die man „le terrain“ nannte und, um weniger Anstoß zu erregen, gerne im Dunkeln frequentierte.