
Zum Tod von Thomas Rosenlöcher : Dresdenliebe kommt aus Dresdenverlust
Das Erste, was ich von Thomas Rosenlöcher las, war 2005 ein damals gerade frisch erschienener Band aus der berühmten Insel-Bücherei: „Wie ich in Richters Brautzug verschwand – Zwei Dresdner Erzählungen“. Seinerzeit lebte ich selbst in Dresden, und die Leichtigkeit, mit der Rosenlöcher da schrieb – obwohl es auch damals schon schwer war, vor den Augen seiner oft selbstverliebten Mit-Dresdner zu bestehen –, beeindruckte. Vor allem die Titelgeschichte, die genau das einlöste, was die Benennung des Buchs versprach: Das berühmte Bild aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ein Meisterwerk der Romantik, wurde von Rosenlöchers Erzähler betreten, doch er verschwand darin keineswegs, denn wie sein Autor das erzählte, ist mir bis heute unvergesslich. Also las ich seitdem mehr von ihm.