Demografischer Wandel :
Mit Bildung gegen den Fachkräftemangel

Von
Svea Junge
Lesezeit:
Durch mehr Investitionen in Bildung könnte der Rückgang des Arbeitskräfteangebots zumindest teilweise kompensiert werden.

Die Alterung der Gesellschaft stellt den Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Bildung und Gesundheit können wirksame Hebel sein, um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken, zeigt eine neue Studie.

Durch den demographischen Wandel stehen der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten deutlich weniger Arbeitskräfte zur Verfügung. Investitionen in Bildung und eine bessere Integration von Menschen mit gesundheitlichen Problemen in den Arbeitsmarkt können diese Entwicklung jedoch abmildern. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Als Lösungen wurden bisher vor allem mehr Zuwanderung aus dem Ausland und mehr Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt diskutiert.

Basierend auf der Bevölkerungsprojektion des europäischen Statistikamtes Eurostat, erwarten die Autoren bis 2050 einen Rückgang der Erwerbstätigen in Deutschland um 5,1 Millionen Menschen, bis 2080 um 5,9 Millionen.

Würde sich die deutsche Bildungsexpansion, ausgehend von der Bildung der Eltern, fortsetzen, könnte die Schrumpfung bis 2050 um etwa 745.000 Arbeitskräfte abgefedert werden. Durch weitere Investitionen in Bildung könnte die Zahl auf mehr als 800.000 steigen, bis 2080 sogar auf 1,3 Millionen. „Der demographische Wandel erfordert mehr Investitionen in Bildung“, sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Menschen mit einem höheren Bildungsniveau seien seltener arbeitslos, bekämen sie ein höheres Gehalt und arbeiteten mehr Stunden.

Wenn zusätzlich Personen mit gesundheitlichen Beschwerden stärker am Arbeitsleben teilhaben könnten – wie dies in Schweden der Fall sei –, stünden dem deutschen Arbeitsmarkt 2050 insgesamt bis zu 1,9 Millionen Menschen mehr zur Verfügung. Im Jahr 2080 könnten es 2,3 Millionen mehr sein.

Das würde sich auch positiv auf Deutschlands Wohlstand auswirken, rechnen die Autoren vor: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf könnte 2050 durch beide Effekte um etwa 1500 Euro steigen, gemessen an den Preisen des Jahres 2015. Im Jahr 2080 läge das BIP pro Kopf dann rund 3900 Euro höher.

Empfehlungen
Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Kaufmännische Leitung (m/w/d)
Ketterer Kunst GmbH & Co. KG
Zum Stellenmarkt
Verlagsangebot
Stellenmarkt
Jobs für Fach- und Führungskräfte finden
Leadership
Wirtschafts- psychologie & Leadership
Englischkurs
Lernen Sie Englisch
Bildungsmarkt
Alles rund um das Thema Bildung
  翻译: