Ehrung für Schröder : Ist der Ruf erst ruiniert

Die Ehrennadel für Gerhard Schröder ändert nichts: Er bleibt ein Schandfleck in der Geschichte der SPD.
Vor der Zeitenwende wäre vielleicht auch der gute alte Freund aus Moskau vorbeigekommen. Putin flog sogar schon einmal zur Hochzeit einer österreichischen Außenministerin, die wohl nicht nur deshalb bis heute in Russland verliebt ist.
Doch zu der Ehrung für Schröder in Hannover konnte der russische Präsident schon deswegen nicht anreisen, weil er eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs halber auch in Deutschland festgenommen werden müsste. Für Schröder gilt mit Blick auf Putin freilich weiter, das machte er auch am Freitag deutlich: Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Freundschaft nicht.
Nibelungentreue zu einem Kriegstreiber
Über Schröders Beziehung zur Führung der Partei, der er seit sechzig Jahren angehört, lässt sich das nicht sagen. Die beiden Vorsitzenden können die Urkunde nur zähneknirschend unterschrieben haben. Ihre Versuche, Schröder zum Austritt zu bewegen, blieben erfolglos. Und wie man sieht, halten einige Genossen den ehemaligen Kanzler, der sich schamlos an Putin verkaufte, noch oder wieder für ehrbar.
Schröders Nibelungentreue zum Kriegstreiber im Kreml wird jedoch ein Schandfleck in der Geschichte der SPD bleiben. Der guten Laune des Jubilars tut das keinen Abbruch. Er folgt fröhlich der Devise: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Zudem könnten Schröders Verdienste um Russland ja auch noch mit einem imposanteren Orden als der Parteinadel gewürdigt werden, wenn das nicht schon geschehen ist.