FAZ+Architekt Friedrich Gilly :
Baumeister ohne Bauten

Von Ulf Meyer
Lesezeit: 4 Min.
Eine Entwicklungslinie über Schinkel bis hin zu Mies van der Rohe: der Entwurf Gillys für ein Friedrichsdenkmal auf dem Leipziger Platz in Berlin hatte große Wirkung auf andere Architekten, obwohl es bei der Idee blieb.
Kunsthistoriker nennen den vor 250 Jahren geborenen Friedrich Gilly den ersten modernen Architekten. Obwohl er mit 28 Jahren starb und nur ein Bau von ihm erhalten ist, hat er die deutsche Baugeschichte maßgeblich geprägt.
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Als „größtes Genie im Baufache“ galt Zeitgenossen in Preußen im ausgehenden 18. Jahrhundert Friedrich Gilly, dessen Werke den Klassizismus mit der Revolutionsarchitektur aus Frankreich verbanden, dem Land also, aus dem seine Familie hundert Jahre zuvor nach Preußen geflohen war. Obwohl Gilly schon im Alter von 28 Jahren starb und nur ein einziges kleines Bauwerk von ihm in ruinösem Zustand erhalten ist, ist der Architekt bis heute wirkmächtig. Gillys Entwurf für das Denkmal für Friedrich den Großen von 1796 nahm Debatten, die bis heute den Architekturdiskurs prägen, vorweg, und auch sein Verständnis von modernem Städtebau war bahnbrechend.

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