Tarifverhandlungen : IG Bau fordert 5,9 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft der Bauarbeiter verlangt deutlich höhere Gehälter. Ihre Forderungen übersteigen sogar die der IG Metall. Das hat auch mit den Flüchtlingen zu tun.
Die Gewerkschaft IG Bau fordert für die rund 785.000 Beschäftigten in der Baubranche eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,9 Prozent. „Im Baugewerbe sieht es außergewöhnlich gut aus“, sagte IG-Bau-Vizechef Dietmar Schäfers an diesem Dienstag nach einer Sitzung der Tarifkommission der Gewerkschaft in Frankfurt. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass aufgrund der Flüchtlingssituation neuer Wohnraum entstehen muss.
Schäfers sagte weiter: „Die Bauwirtschaft ist weiterhin die Lokomotive der deutschen Wirtschaft.“ Die Prognosen für Umsätze und Investitionen in der Branche für dieses und das kommende Jahr sähen vielversprechend aus. „Daher halten wir diese Forderung für verantwortbar“, betonte Schäfers. Der neue Tarifvertrag soll für zwölf Monate gelten. Mitte März sollen die Verhandlungen beginnen. In der vorangegangenen Lohn- und Gehaltsrunde hatten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) und die Arbeitgeber im Mai 2014 auf eine Lohnerhöhung von 3,1 Prozent im ersten Jahr und 2,6 Prozent im zweiten Jahr verständigt.
Die aktuelle Forderung der Gewerkschaft liegt sogar noch höher als die der IG Metall. Anfang Februar diesen Jahres hatte der IG Metall-Vorstand den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie einen Forderungsrahmen von 4,5 bis 5 Prozent vorgeschlagen.