FAZ+Wettbewerb im Mobilfunk :
Seltene Telko-Einheit

Jonas Jansen
Ein Kommentar von
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Häufig beharken sich die Telekommunikationskonzerne. Aber bei manchen Fragen demonstrieren sie doch eine Einheit: Das liegt an den mächtigen Gegnern.

Für Telefónica kamen mehrere Dinge zusammen, die eine Aufstockung des Anteils an der deutschen Tochtergesellschaft gerechtfertigt haben. Einmal vereinfacht es Prozesse, und außerdem steigt der Anteil von Telefónica Deutschland am Gewinn des Gesamtkonzerns. Angesichts zuletzt guter Zahlen etwa im Mobilfunk mit O2 verbessert das wichtige Deutschlandgeschäft auch die Liquidität der Spanier. Zum Zeitpunkt des Übernahmeangebots war aber auch die Gelegenheit günstig – war der Kurs der deutschen Gesellschaft doch belastet vom Verlust des wichtigen Kunden 1&1 durch ein neues Roaming-Geschäft mit dem Konkurrenten Vodafone. Das Deutschlandgeschäft, das seit vielen Jahren von Markus Haas geführt wird, ist eine tragende Säule für den Telekommunikationskonzern. Die Aufstockung muss er nicht als Vertrauensentzug wahrnehmen, sie dürfte vor allem finanzielle Gründe haben, wirkt sich das doch auch auf die Dividende aus. Kontinuität und Stabilität sind da wichtig: Für den Ausbau des 5-G-Netzes brauchen die Telekommunikationskonzerne für die nächsten Jahre Milliardeninvestitionen – in Deutschland kommt die Debatte über eine Frequenzauktion hinzu, gegen die sich die drei etablierten Mobilfunkbetreiber vehement wehren. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica argumentieren, dass sie die gesparten Auktions-Euros in den Ausbau des Netzes und damit in die Qualität für ihre Kunden stecken könnten. Das ist einer der wenigen Punkte, wo sich die Wettbewerber einmal einig sind. Ein anderer ist ein Zusammenhalt auf europäischer Ebene, wenn es um die Telekommunikationsindustrie geht. Da stehen Konzerne, die sich sonst in Ländern wie Deutschland in ständigen Preiskämpfen attackieren, plötzlich geschlossen da. Denn dort sind ihre Gegner ungleich größer, mit Google, Amazon, Netflix oder auch der chinesischen Tiktok-Muttergesellschaft Bytedance, deren Marktkapitalisierungen selbst die Telekom mit einem Wert von mehr als 100 Milliarden Euro wie einen Zwerg aussehen lassen. Die Telekomkonzerne fordern eine finanzielle Beteiligung von den Diensten, die für großen Datenfluss in ihren Netzen sorgen. So oder so gilt: Mobilfunknutzer müssen sich wohl darauf einstellen, dass nicht nur die Datenmengen, sondern auch die Preise steigen.

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