Nachlese Physik-Nobelpreis : Löten für Einstein

Elektronik rettete ihm das Studium. Und eine zunächst durchaus lästige Lehrverpflichtung brachte ihn auf die Idee, für die er jetzt den Nobelpreis erhält. Eine Begegnung mit Rainer Weiss.
Wie er zu den Gravitationswellen gekommen sei? Rainer Weiss winkte ab. „Das ist doch gar nicht so interessant“, sagte der Emeritus des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und legte seine Gabel schon wieder auf den kaum angerührten Teller. Dabei ist die Küche des Harnack-Hauses in Berlin nicht die schlechteste, und nach einem Vormittag voller Vorträge über Geschichte und Gegenwart der allgemeinen Relativitätstheorie, deren hundertster Jahrestag ihrer Vollendung durch Albert Einstein mit dieser Tagung im Dezember 2015 gefeiert wurde, dürfte auch Weiss hungrig gewesen sein. Doch der zu diesem Zeitpunkt 83 Jahre alte Physiker strahlte vor freudiger Erregung. „Lassen Sie uns lieber über die Quellen für Gravitationswellen sprechen.“