Fluxus-Künstler Metzger : Das Auto und der Tod
Gustav Metzger verabscheute Autos. Im modernen Individualverkehr sah er das Symptom einer Entwicklung, die, durch welche politischen Systeme auch immer befördert, in den ökologischen Abgrund führen müsse. Als Künstler reagierte er darauf mit drastischen Mitteln und entwickelte die sogenannte „Autodestruktive Kunst“, die er 1959 in London in einem ersten Manifest proklamierte: Kunst, die sich – als Metapher und ästhetisches Äquivalent einer fatalen globalen Ökonomie – selbst zerstört. Metzger spannte Nylon großflächig auf Stahlrahmen und besprühte es mit Säure, die die Bilder zerfraß und ihre Haut wie Fetzen hinabhängen ließ. „Kunst für die Industriegesellschaft“ nannte er das und demonstrierte sie auf der Straße wie 1961 in der Londoner South Bank.