Sorge um eigene Sicherheit : Geert Wilders sagt alle Wahlkampftermine ab

Geert Wilders verzichtet mitten im Wahlkampf auf öffentlichen Auftritte. Der rechtspopulistische Politiker aus den Niederlanden hatte Marokkaner verunglimpft – nun sieht er sich und seine Partei in Gefahr.
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders und seine Partei haben aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres alle öffentlichen Auftritte abgesagt. Wilders sprach am Donnerstag im Internetdienst Twitter von „sehr verstörenden Neuigkeiten“. Die Partei für die Freiheit (PVV) setze alle öffentlichen Aktivitäten wegen laufender Ermittlungen zu seiner Sicherheit aus, schrieb er. Das gelte auch für Aktionen wie Flyer verteilen.
Nieuws enorm verontrustend. Tot alle feiten mbt onderzoek corruptie DBB bekend zijn, schort PVV de publieke activiteiten (flyeren) op.
— Geert Wilders (@geertwilderspvv) 23. Februar 2017
Derzeit wird in den Niederlanden gegen einen Polizisten ermittelt, der Angaben zu Wilders an eine marokkanische Bande weitergegeben haben soll und damit möglicherweise die Sicherheit des islam- und ausländerfeindlichen Politikers gefährdete. Wilders hatte immer wieder gegen Marokkaner und auch Türken gehetzt und erst am Wochenende von einem „marokkanischen Abschaum“ gesprochen, der die Straßen der Niederlande unsicher mache.
Kopf-an-Kopf-Rennen kurz vor der Wahl
Die Tageszeitung „NRC“ hatte am Mittwoch berichtet, dass der Polizist wegen der Weitergabe von Infos über Wilders festgenommen worden sei. Der niederländische Polizeichef Erik Akkerboom bestätigte, dass Ermittlungen eingeleitet wurden, Wilders’ Sicherheit sei aber „niemals gefährdet“ gewesen. Der Nachrichtenagentur ANP zufolge kam der Beamte am Donnerstag zunächst wieder auf freien Fuß, die Ermittlungen liefen aber weiter.
In den Niederlanden wird am 15. März ein neues Parlament gewählt. Derzeit liegt die PVV mit der liberalen VVD von Regierungschef Mark Rutte in Umfragen mehr oder weniger gleichauf.
Das Land gilt als tolerant, den Niederländern ist politisch motivierte Gewalt trotzdem nicht fremd. Kurz vor den Parlamentswahlen 2002 war etwa der Rechtspopulist Pim Fortyun ermordet worden. Er hatte den Islam als eine „rückwärtsgewandte Kultur“ bezeichnet und wollte die Grenzen für Einwanderer schließen. Sein politisches Erbe wird heute von Wilders’ Partei vertreten.