Nachwahlen in Großbritannien :
Labours Sieg in konservativen Hochburgen

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Strahlende Sieger: Labour-Chef Keir Starmer mit Sarah Edwards, die in Tamworth für die Partei den Unterhaussitz gewann.

Labour gewinnt bei zwei Nachwahlen im Stammland der regierenden Konservativen. Die Parteiführung führt das auf „die Hinterlassenschaft“ von Boris Johnson und Liz Truss zurück.

Die britischen Konservativen haben bei zwei Nachwahlen zum Unterhaus drastische Niederlagen erlitten. Die Regierungspartei von Premierminister Rishi Sunak verlor die Sitze in Tamworth und Mid Bedfordshire, die bislang als sichere Wahlkreise der Konservativen galten, an die Kandidaten der oppositionellen Labour-Partei.

In Tamworth war die Nachwahl nötig geworden, weil der konservative Mandatsträger nach sexuellem Fehlverhalten gegenüber zwei Männern seinen Sitz verlor. In Mid Bedfordshire hatte Nadine Dorries, die frühere Kulturministerin und Gefolgsfrau des einstigen Premierministers Boris Johnson, ihren Sitz aufgegeben. Sie tat das, nachdem das Versprechen Johnsons, sie zur Baroness zu erheben und zum Mitglied des Oberhauses zu machen, unter seinem Nachfolger Sunak nicht eingelöst worden war.

Der in seiner Funktion mit einem Generalsekretär vergleichbare „Chairman“ der Konservativen, Greg Hands, nannte die Wahlergebnisse enttäuschend. Er gab an, es sei Labour in beiden Wahlkreisen allerdings nicht gelungen, deutlich mehr Wähler für sich zu gewinnen als bei der Unterhauswahl im Jahr 2019. Die Herausforderung der Konservativen bestehe darin, dass ihre Wähler jetzt zu Hause geblieben seien und gar nicht abgestimmt hätten.

Der Labour-Chef warnt vor Übermut

Tatsächlich lag die Wahlbeteiligung in beiden Wahlkreisen nur etwa halb so hoch wie bei einer allgemeinen Wahl zum Unterhaus. Hands sagte mit Blick auf die ausgeschiedenen Mandatsträger, die Niederlagen seien auch durch „die Hinterlassenschaft“ Johnsons und seiner kurzzeitigen Nachfolgerin Liz Truss verursacht worden. Im Wahlkreis Mid Bedfordshire hatte vor dieser Nachwahl noch nie ein Labour-Kandidat eine Mehrheit erzielt.

Labour-Chef Keir Starmer sprach von „historischen“ Ergebnissen. Er wertete die beiden Siege seiner Partei als einen Beweis, dass die Bevölkerung wieder Vertrauen in die Labour-Partei setze. Es steigere auch das Selbstvertrauen, dass Labour nun Wahlkreise erobern könne, die bislang als nicht gewinnbar galten. Starmer beteuerte jedoch auch, seine Partei werde jetzt nicht übermütig werden. Labour werde „demütig“ bleiben und sich immer vor Augen halten, dass bei der Unterhauswahl, die spätestens im Januar 2025 stattfinden muss, „die Wähler des ganzen Landes mehrheitlich für Labour stimmen“ müssten.

In beiden Wahlkreisen kandidierte auch die rechtspopulistische Partei Reform UK, die der früheren Brexit-Galionsfigur Nigel Farage und deren Partei UKIP nacheifert. Sie holte 5,4 und 3,7 Prozent der Stimmen. Damit erreichte sie einen Anteil, der, wäre er stattdessen den Konservativen zugutegekommen, deren Sieg über Labour gesichert hätte.

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