Die Rolle des Dollars : Monetäre Supermacht

Der Dollar wird in der Welt wichtiger. Die Vereinigten Staaten definieren die Rahmenbedingungen für Kapitalanleger und Kreditnehmer rund um den Globus.
Seit mehreren Jahrzehnten kursiert in der Finanzwelt die These, eigentlich müsse der Dollar als inoffizielle Weltwährung an Bedeutung verlieren. Denn spätestens mit dem wirtschaftlichen Aufstieg von Schwellenländern wie China und Indien geht der Anteil der Vereinigten Staaten am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Welt spürbar zurück. Gleichzeitig nimmt die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten von Jahr zu Jahr zu - eine Tendenz, die schon vor langer Zeit den amerikanischen Ökonomen Larry Summers zu der Feststellung veranlasste, irgendwie wirke es „seltsam, dass die größte Macht der Welt auch der größte Schuldner der Welt“ sei. Immer wieder sah man die führende Stellung des Dollars herausgefordert: in den achtziger Jahren durch das damals wirtschaftlich besonders potent erscheinende Japan, danach durch den Euro als Gemeinschaftswährung eines den Vereinigten Staaten wirtschaftlich annähernd entsprechenden Verbundes von Ländern und heute durch den Yuan (Renminbi) der aufstrebenden Volksrepublik China.