Erfolg der Rechtspopulisten : „Nicht ganz Italien ist wie Salvini“

Im Interview spricht die frühere italienische Parlamentspräsidentin Laura Boldrini über die Fehler der Linken, den Erfolg der Lega und die Social-Media-Strategie ihres Intimfeindes Matteo Salvini.
Meistgehasste Frau Italiens, Intimfeindin Salvinis, Rassistin gegenüber Italienern – Laura Boldrini wurden im Lauf ihrer Karriere schon zahlreiche Etiketten verpasst. Viele waren nicht wertschätzend. Dabei war die heute 58 Jahre alte Politikerin einst ein Symbol für den Wandel in Italien. Sie wurde nach dem Überraschungserfolg der Fünf-Sterne-Bewegung bei den Parlamentswahlen 2013 als unabhängige Kandidatin in das dritthöchste Amt des Staates gewählt, zur Präsidentin der Abgeordnetenkammer. Die Wahl Boldrinis war ein Zeichen des Aufbruchs nach den Berlusconi-Jahren, der Finanzkrise und der technischen Regierung unter Mario Monti. Auch weil sie eine Frau war, erst die dritte in diesem Amt seit 1948.